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Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher: Umdenken lohnt sich

Nachhaltigkeit im Unternehmen ist für Kund*innen und Mitarbeiter*innen enorm wichtig. Viele Firmen haben bereits ihre wirtschaftliche, ökologische und soziale Verantwortung in einer Corporate Social Responsibility (CSR) verankert. Sie ist dabei weit mehr als ein Marketinginstrument oder gar Lippenbekenntnis. Warum sich unternehmerische Nachhaltigkeit lohnt, zeigen aktuelle Studien und Erfahrungen nachhaltiger Betriebe.

Was bedeutet Nachhaltigkeit genau?

Der Begriff Nachhaltigkeit begegnet Dir immer und überall. Jeder weiß, er hat etwas mit ökologischer Verantwortung, bewusstem Konsum und klimaneutralem Transport zu tun. Erfunden hat den Begriff Nachhaltigkeit ein Sachse. Im 18. Jahrhundert forderte Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ erstmals eine nachhaltige Forstwirtschaft. Ausschlaggebend waren materielle Gründe, gegen den Kahlschlag der Wälder vorzugehen und nicht der Klimaschutz.

Nachhaltigkeit: von der Waldwirtschaft in die Politik

Erst in den 1980er Jahren erkannten die United Nations (UN) die Tragweite nachhaltigen Wirtschaftens für nachfolgende Generationen. Daraufhin fühlte sich die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages berufen, ein Drei-Säulen-Modell zu formulieren. Als Basis diente der Brundtland-Bericht von 1987. Darin fordert die damalige UN-Vorsitzende der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung eine Strategie für Nachhaltigkeit. Sie muss die „Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“.

Nachhaltigkeit im Unternehmen: wo setzt sie an?

Nachhaltige Unternehmen entwickeln ihre Strategie anhand des Drei-Säulen-Prinzips. Ihr wirtschaftliches Wachstum basiert dabei auf ökologischer Verantwortung und sozialer Sicherheit. Die beste Voraussetzung, um nachhaltige Unternehmen erfolgreicher zu machen. Doch was bedeuten die drei Säulen in der Praxis?

Ökonomische Säule

Wirtschaftliches Handeln dreht sich immer um Effizienz. Es geht darum, mit möglichst geringen Mitteln oder Ressourcen den maximalen Gewinn zu erzielen. Ansätze zur nachhaltigen Kostensenkung oder Effizienzsteigerung findest Du viele. Darunter fallen zum Beispiel umweltfreundliche Beleuchtung, energieeffiziente Geräte, ein papierloses Büro und Mehrwegprodukte.

Ökologische Säule

Die ökologische Dimension baut auf Deine Verantwortung für die Umwelt. Sie hat eine eindeutige Verbindung zur ökonomischen Säule. Gehst Du sparsam mit Ressourcen um, führt das zu reduzierten CO2-Emissionen und weniger Abfall. Einen großen Anteil daran haben recyclebare Produkte. Sie wandern nicht ausschließlich auf den Müll, sondern ergeben Sekundär-Rohstoffe wie Elektronikgeräte, Textilien, Glas oder Papier.

Soziale Säule

Nachhaltige Unternehmen kommen ihrer sozialen Verantwortung nach. Einige Betriebe haben bereits ein CSR-Konzept dafür entwickelt. Gesellschaftliches Engagement, Sachleistungen und monetäre Anreize für Mitarbeitende sind Bestandteil dieser Säule. So veranlassen etwa Dienstfahrräder Mitarbeitende dazu, hin und wieder das Auto stehenzulassen. Dabei achten nachhaltige Unternehmen auch auf faire Geschäftspartner, die ihre Mitarbeitenden gerecht entlohnen.

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Gute Gründe für Nachhaltigkeit im Unternehmen

Mehr als 50% der Verbraucher*innen bevorzugen Unternehmen, die nachhaltig, sozial und ökologisch handeln. Sie vertrauen Marken mit einer klaren Wertebotschaft. Eine Studie der Denkfabrik der Landesbank Baden-Württemberg, LBBW Research, belegt dies. Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher, weil sie leichter Kund*innen gewinnen.

Nicht nur Kund*innen stehen auf nachhaltige Unternehmen. Auch potenzielle Mitarbeiter*innen legen Wert auf Nachhaltigkeit, faires Gehalt und Work-Life-Balance. Betriebe, die Ressourcen, Umwelt und Human Capital wertschätzen, sind attraktive Arbeitgeber*innen. Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher in der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden.

Nachhaltige Unternehmen entwickeln sich immer weiter. Sie entwerfen zukunftsfähige Produkt- und Dienstleistungsstrategien. Dabei erfüllen sie die Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen. Nachhaltigkeit ist in diesen Firmen weder Lippenbekenntnis noch Marketingstrategie, sie ist in der Unternehmensphilosophie verankert.

Betriebe haben direkten Einfluss darauf, dass es heute und morgen eine lebenswerte, gesunde Umgebung gibt. Nachhaltiges Handeln führt langfristig zu einer verantwortungsvollen Produktion entlang der gesamten Lieferkette und einem verändertem Konsumverhalten.

Was macht Unternehmen nachhaltiger?

Der erste Schritt in die Nachhaltigkeit ist, sie als Leitprinzip festzuschreiben. Nur so stellst Du sicher, dass alle Mitarbeitenden sich damit identifizieren und Nachhaltigkeit leben. In der Praxis hast Du verschiedene Ansätze, nachhaltiger zu handeln.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

Idealerweise vermeidest Du Müll komplett. Der Weg zu Zero Waste sollte das Ziel sein. Das ist aktuell nicht immer möglich. Alternativ schonst Du Ressourcen auch durch Recycling. Zudem senkst Du so die CO2-Belastung. Verwende daher Mehrwegprodukte statt Einweg.

Verpackungsmüll vermeiden

Die größten Umweltsünder sind Einwegprodukte. Wir nutzen sie nur einmal und werfen sie schon weg. Durch Mehrwegprodukte wie etwa Thermobecher statt Coffee-to-go-Becher vermeidest Du Verpackungsmüll. Verzichte zudem auf Mehrfach-Verpackungen wie Folierungen und Papier.

Nachhaltige Mobilität

Ein entscheidender Faktor, um die Umwelt zu schonen, ist Dein gewähltes Verkehrsmittel. Nutze nach Möglichkeit E-Fahrzeuge oder auch E-Lastenräder für den Transport. Idealerweise versorgst Du sie mit selbst produziertem Strom über eine Photovoltaikanlage. Alternativ greifst Du auf Ökostrom von Energieversorgern zurück.

Nachhaltige Produkte

Produziere oder vertreibe Produkte, die eine neutrale Ökobilanz aufweisen. Dabei ist Dein kompletter Prozess von der Rohstoffauswahl über die Fertigung, den Transport bis zur Entsorgung klimaneutral. Behälter sind beispielsweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Kosmetika verzichten auf Parabene, PEG-Derivate und Mikroplastik. Sie bestehen nur aus natürlichen Inhaltsstoffen.

Nachhaltige Shops und Dienstleister nutzen

E-Commerce ist klimafreundlicher als der stationäre Handel. Das bestätigt die vom E-Commerce-Unternehmen Gambio beauftragte Meta-Studie „Klimawirkungen auf dem Prüfstand: Wie umwelt(un)freundlich ist der E-Commerce wirklich?“ aus dem Jahr 2021. Das Ergebnis: Wer online shoppt, setzt weniger CO2-Emissionen frei. Überraschend ist, dass die hohe Retourenquote kein Treiber der E-Commerce-Klimabilanz ist.

Dennoch verursachen die jährlich 280 Millionen zurückgesandten Pakete enorme Kosten, wie Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bamberg ermittelten. Retouren kosten etwa 5,46 Milliarden Euro, worauf die Hälfte auf den Transport entfällt. Alle Retouren zusammen genommen stoßen täglich 238.000 Tonnen CO2 aus. Letztendlich zahlen die Kund*innen die Zeche durch eine höhere Marge.

Die Lösung: Für den umweltfreundlichen Transport holst Du einen nachhaltigen Dienstleister mit ins Boot. So hat etwa Liefergrün ein nachhaltiges Lieferkonzept entwickelt, das auf Lastenräder (Cargo Bikes), City Vans und zentrale Micro-Hubs setzt. Für Unternehmen hat das einen entscheidenden Vorteil: Die letzte Meile ist emissionsfrei. Der ganzheitliche Ansatz setzt auf kurze, effiziente Wege mit autarker Versorgung der Micro-Hubs. So geht nachhaltige Logistik heute.

Nachhaltigkeitsstrategien

Entsprechend den Wettbewerbsstrategien von Marketingguru Michael E. Porter können Unternehmen verschiedene Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen. So verbesserst Du beispielsweise als ökologische*r Vorreiter*in Deine Prozesse. Du positionierst Dich als Trendsetter durch eine strategische Kooperation mit einem nachhaltigen Logistiker wie Liefergrün.

Als ökologischer Kostenführer konzentrierst Du Dich darauf, günstige nachhaltige Produkte herzustellen. Steht die Öko-Effizienz im Mittelpunkt, nutzt Du die vorhandenen Ressourcen sinnvoll und gestaltest die komplette Wertschöpfungskette ökonomisch. Kompromisslos ist das Öko-Branding mit konsequenter Ausrichtung auf nachhaltige Produkte und Prozesse. Mit den unterschiedlichen Nachhaltigkeitsstrategien richtest Du Dein Unternehmen langfristig ökologisch aus.

Wie sich Nachhaltigkeit für Unternehmen auszahlt

Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr, sondern eine ethische Verpflichtung. Bereits 2012 wies Ernst & Young in einer Studie auf die Bedeutung nachhaltiger Unternehmensführung hin. Fast 80% der befragten Mittelständler*innen und Konsument*innen bestätigten die Wichtigkeit nachhaltigen Handelns. Nachhaltigkeit zahlt sich für Unternehmen aus, beispielsweise durch:

  • Höhere Preise: Kund*innen sind bereit, für transparente Nachhaltigkeit mehr zu bezahlen. Damit honorieren sie Umweltschutz, einen schonenden Umgang mit Ressourcen und faire Arbeitsbedingungen.
  • Überdurchschnittliche Investments: Nachhaltige Unternehmen mit zukunftsfähigen Geschäftskonzepten sind interessant für Investoren, Fonds und Geldinstitutionen. Sie schätzen die langfristige Rendite, die mit ihrem Investment verbunden ist.
  • Hervorragendes Marketinginstrument: Gutes tun und darüber reden. Diese alte Marketingweisheit gilt auch für Nachhaltigkeit. Nutzt Du regenerative Energiequellen und hast Du CSR in Deiner Unternehmensphilosophie verankert, kommuniziere es.
  • Treue Kund*innen und Mitarbeiter*innen: Nachhaltigkeit schafft Vertrauen. Kund*innen haben ein gutes Gefühl, bei nachhaltigen Unternehmen zu kaufen. Das schafft Vertrauen und macht sie zu perfekten Markenbotschafter*innen. Mitarbeitende identifizieren sich mit einer grünen Unternehmensphilosophie und setzen sich guten Gewissens für ihre Arbeitgeber*innen ein.
  • Klarer Wettbewerbsvorteil: Noch sind nachhaltige Unternehmen klar im Vorteil. Klimaneutrale Unternehmen, die auf nachhaltige Geschäftspartner setzen, gewinnen das Vertrauen von Kund*innen und Mitarbeiter*innen.

Was nachhaltige Unternehmen erfolgreicher macht

Nachhaltige Unternehmen sind nicht per se erfolgreicher. Für den Erfolg musst Du etwas tun, wie beispielsweise:

  • Forderungen der Anspruchsgruppen (Kund*innen, Mitarbeitende, Stakeholder, Geschäftspartner) analysieren.
  • Nachhaltigkeitskonzept und -strategie entwickeln, die für Produktionsfirmen ein Muss zur Kreditvergabe sind.
  • Umwelt- und Sozialmanagement (CSR) in die Unternehmensphilosophie integrieren.
  • Gelungene Nachhaltigkeitskommunikation mit Transparenz und klaren Botschaften.
  • Feedback für die Reflexion nutzen und in die Strategiefindung einfließen lassen.
  • Resilienz (Anpassungsfähigkeit) stärkt das Unternehmen langfristig und erhöht die Zukunftskompetenz.

Warum sind also nachhaltige Unternehmen erfolgreicher? Es ist praktisch der Dominoeffekt: Nachhaltiges Verhalten wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus. Unternehmensphilosophie und zufriedene Mitarbeitende stärken das Markenvertrauen und somit die Kund*innenbindung. Dadurch wachsen die Umsätze. Ein gesundes, attraktives Unternehmen bindet wiederum Mitarbeitende und stellt Stakeholder zufrieden.

Hindernisse für mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen

Wohin der Weg führen muss, ist den meisten Unternehmen klar. Dennoch gehen manche den klimafreundlichen Wandel nicht konsequent an. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie etwa:

  • Fehlende Expertise zur Identifikation nachhaltiger Technologien und Geschäftspartner*innen.
  • Der langfristige Nutzen ist den Betrieben nicht bewusst.
  • Komplizierte und aufwendige Förderungsverfahren, wie zum Beispiel für erneuerbare Energien.
  • Schwer messbare Effekte wie positives Image und höhere Mitarbeiter*innenzufriedenheit.

Warum sich nachhaltige Unternehmensführung lohnt

Das Forschungsprojekt „Nachhaltige Unternehmensführung“ der Hochschule Ludwigshafen ermittelte, ob sich Nachhaltigkeit für Unternehmen lohnt. Die meisten Betriebe handeln aus ihrer Mitverantwortung für die Zukunft nachhaltig. Dennoch müssen sie wirtschaftlich sein. Wie aber lässt sich das messen?

Dazu gibt es sogenannte Performanceindikatoren für die ökonomische, ökologische und soziale Unternehmensleistung. Damit es nicht zu kompliziert wird, teilen sie sich auf in Kernindikatoren und Zusatzindikatoren. Sie sind gleichzeitig die Basis, um Verbesserungen messen zu können. Die Befragung von KMU und Konzernen ergab, dass sich nachhaltige Unternehmensführung lohnt.

Wichtig sind für Manager vor allem die mit Nachhaltigkeit verbundene Aufmerksamkeit in den Medien und die Kund*innenzufriedenheit. Zahlreiche Betriebe profitieren von geringeren Verbräuchen an Material und Energie. Zudem können sie ihre Abfallmengen sowie CO2 Emissionen reduzieren. Dienstleister sehen weniger Ansatzpunkte für ökologische Verbesserungen, weil die Produktion fehlt. Sie setzen durch ihr nachhaltiges Engagement auf Kund*innen- und Mitarbeiter*innenzufriedenheit.

Investitionen in eine nachhaltige Unternehmensführung zahlen sich aus. Die Unternehmensgesamtleistung steigt und Betriebe kommen leichter an Kapital.

Fazit

Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher, wenn sie aus Überzeugung handeln. Sie setzen sich anspruchsvolle ökonomische, ökologische und soziale Ziele. Die Unternehmensführung setzt alles daran, Ressourcen zu schonen, Verschwendung zu vermeiden und ihre Effizienz zu steigern. Durch ihr kompromissloses Handeln entlang der Wertschöpfungskette sichern sie sich einen Wettbewerbsvorteil. Sie betrachten Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als neue Normalität. Dazu arbeiten sie mit nachhaltigen Partnern wie Liefergrün zusammen, die sich der grünen Revolution in der Paketlogistik verschrieben haben.

Selbst Manager, die kurz- bis mittelfristig denken, investieren in Nachhaltigkeit. Sie haben erkannt, dass sie dadurch leichter Mitarbeitende finden und binden, höhere Preise erzielen und leichter an Kapital kommen.

Nachhaltigkeit bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, die Zukunftsperspektiven für nachfolgende Generationen zu sichern. Nachhaltigkeit braucht sicherlich Mut, Überzeugung und Ausdauer. Doch letztendlich zahlt es sich aus. Langfristig führt sie zu zukunftsfähigen, profitablen Unternehmen. Umdenken lohnt sich also für eine erfolgreiche und lebenswerte Zukunft.

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